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 Betreff des Beitrags: Ektoparasiten
BeitragVerfasst: 11. Aug 2009 22:53 
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Chefin der Schneeflocken
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Ektoparasiten
sind auf der Körperoberfläche lebende Schmarotzer, die sich dauernd (Läuse) oder vorübergehend (Zecken) auf ihrem Wirt aufhalten. Parasiten können beim betroffenen Hund unterschiedliche Beschwerden und Krankheitsbilder verursachen und sind vor allem auch deswegen unbeliebt, weil eine ganze Reihe von ihnen sich auch auf dem Menschen wohlfühlt.

Hund ohne Ektoparasiten - geht das?
Eine vollständige Befreiung des Hundes von diesen Parasiten ist fast nicht möglich, weil diese Lebewesen sich in faszinierender Weise ihren "Wirten" angepaßt haben, und weil auch die Hunde Strategien entwickelt haben, sozusagen in "friedlicher Koexistenz", also ohne größeren Schaden zu nehmen, mit den Parasiten zu leben.

Tip für den Umgang mit Ektoparasiten
Eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit hin und wieder auftretendem Befall ist empfehlenswert, denn aus den oben genannten Gründen werden Sie Ihren Hund, sofern er artgerecht gehalten ist, nie langfristig und komplett parasitenfrei halten.

Flöhe
Flöhe sind sicherlich die bekanntesten und auch die häufigsten Ektoparasiten des Hundes. Es handelt sich um 2-3 mm lange braune Insekten mit langen Sprungbeinen, die man bei kurzhaarigen Hunden bei Befall schnell durch das Fell krabbeln sehen kann.

Anzeichen für Flohbefall

* häufiges, heftiges Kratzen
* Benagen der juckenden Stellen, vor allem an Hinterschenkeln und Kruppe
* Flohkot auf der Haut: kleine schwarze Krümel, die auf nassem Zellstoff rote Farbe abgeben
* schnell laufende, auch springende, braune, käferartige Insekten im Fell

Mögliche Begleiterscheinungen

* Allergie gegen den Flohspeichel, erkennbar durch Hautveränderungen mit Rötung und Schäden, Ekzeme
* evtl. Übertragung von Bandwürmern auf den Hund (theoretisch auch auf den Menschen)

Mögliche Behandlung

* Flohmittel nach Absprache mit dem Tierarzt
* Wichtig: Auch die Umgebung muß behandelt werden, weil Flöhe sich nur etwa eine Stunde pro Tag auf ihrem Wirt aufhalten und in der restlichen Zeit z.B. am Liegeplatz des Hundes leben, wo sie auch ihre Eier ablegen. Diese Behandlung geschieht mit Sprays und vor allem gründlichem, regelmäßigem Staubsaugen allerAufenthaltsorte des Hundes sowie regelmäßigem Auskochen der Hundedecken bzw. ihrer Bezüge.
* Parallel zur Flohbehandlung auch eine Wurmkur in Absprache mit dem Tierarzt durchführen

Vorbeugung

regelmäßige Anwendung von vorbeugenden Mitteln wie Spot-on-Präparaten, Tabletten, Spritzen etc.

Anmerkung
Flohbefall muß kein Anzeichen für mangelnde Pflege sein - Flöhe kann sich ein Hund von einem anderen Hund, aber auch von Katzen oder Igeln holen, die ihm beim Spaziergang oder im Garten begegnen.

Zecken
Zecken gehören zu den Spinnentieren, erkennbar an den vier Beinpaaren. Neben den allseits bekannten Flöhen zählen sie zu den häufigsten Ektoparasiten des Hundes. Ihr gehäuftes Auftreten ist jahreszeitabhängig, d.h. daß der Zeckendruck am stärksten in den frühen und in den späten Sommermonaten ist.

Zecken leben in Wiesen mit hohem Gras und bevorzugt an Waldrändern im Gebüsch, von wo sie sich auf vorübergehende "Wirte" fallen lassen.

Die zunächst nur etwa 3 mm großen weiblichen Tiere saugen sich in der Haut des Hundes fest und können nach einiger Zeit Erbsengröße erreichen, bevor sie sich wieder abfallen lassen.

An der Bißstelle entwickelt sich oft eine kleine Schwellung, die aber nicht gefährlich ist. Eine ernst zu nehmende Begleiterscheinung von Zeckenbissen sind dagegen die durch die Tiere übertragbaren Krankheiten, wie z.B. Borreliose.

Vorbeugung

* Meidung zeckengefährdeter Bereiche in den wärmeren Monaten
* gründliche Untersuchung des Hundes nach Spaziergängen
* regelmäßige Anwendung von Spot-on-Präparaten, Halsbändern o.ä. in den Sommermonaten

Bei Befall

* vorsichtiges Herausdrehen der Zecke, evtl. mit einer Zeckenzange
* entgegen häufig gehörten Ratschlägen kein Auftropfen von Öl, Alkohol, Klebstoff etc., weil die Zecke dann erst recht krankheitserregende Stoffe ausscheidet

Milben
Diese meist mit bloßem Auge gar nicht erkennbaren Schmarotzer gehören wie die Zecken zu den Spinnentieren. Die Diagnose eines Milbenbefalls erfolgt erst durch mikroskopische Untersuchungen von Hautveränderungen. Es gibt verschiedene Arten, die auch leicht unterschiedliche Hautveränderungen verursachen.

Sarkoptes-Milben verursachen die Räude, die auch auf den Menschen übertragbar ist.

Cheyletiella-Milben leben auf der Hautoberfläche. Sie verursachen starken Juckreiz, hauptsächlich im Rückenbereich, wo auch sich ausbreitende schuppige Beläge entstehen.

Trombicula-Milben (Herbstgrasmilben) verbringen nur einen Teil ihrer Entwicklung auf Warmblütern, also nicht nur an Hunden, sondern gelegentlich auch an Menschen. Die Larven setzen sich z.B. zwischen den Zehen, oberhalb von Augen, Ohren oder im Leistenbereich fest, wo sie mit bloßem Auge als orangefarbene Punkte zu erkennen sind. Auch sie verursachen Juckreiz und Hautveränderungen.

Demodex-Milben verursachen die sogenannte Demodex-Räude, die sich durch haarlose Stellen vor allem an Kopf und Gliedmaßen zeigt. Der Hund sieht aus, als sei er von Motten angefressen. Der Juckreiz ist nicht so stark. Bei starkem Befall kommt es zu Ekzemanzeichen am ganzen Körper. Häufig sind junge Hunde unter einem Jahr betroffen, außerdem solche Tiere, die unter einer akuten oder angeborenen Immunschwäche leiden.

Die Behandlung erfolgt durch Waschungen, Sprays, Spot-on-Präparate nach Diagnose und Empfehlung des Tierarztes.

Eventuell wund geleckte Stellen sollten desinfiziert werden, eventuell auch die Haare zur besseren Erreichbarkeit an den befallenen Stellen abgeschoren werden.

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Die Treue eines Hundes ist ein kostbares Geschenk, das nicht minder bindende moralische
Verpflichtungen auferlegt als die Freundschaft zu einem Menschen. Konrad Lorenz


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