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 Betreff des Beitrags: Endoparasiten
BeitragVerfasst: 11. Aug 2009 22:34 
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Endoparasiten: Im Inneren des Körpers lebende Schmarotzer

Als Endoparasiten bezeichnet man diejenigen Schmarotzer, die überwiegend im Körperinneren des Tieres leben. Hierzu gehören Einzeller und Würmer.

Man kann sagen, daß etwa ein Drittel aller Hunde an Darmparasiten leidet. Oft gibt es kaum äußerliche Anzeichen für einen Befall, weil die Hunde lange Zeit keine krankhaften Erscheinungen zeigen. Dennoch scheiden sie Würmer bzw. Wurmeier aus und können damit andere Hunde und eventuell auch Menschen anstecken.

Daher sind regelmäßige Wurmkuren nicht nur im Interesse des Hundes wichtig, sondern auch zum Schutze der mit dem Hund umgehenden Menschen, vor allem der Kinder, die häufig nicht so sehr auf die Einhaltung der Hygiene achten.

Zu den Endoparasiten gehören neben der Gruppe der Rundwürmer, Hakenwürmer, Bandwürmer einschl. der Fuchsbandwürmer auch einzellige Parasiten wie Kokzidien, Giardien, Toxoplasmen, Babesien, Leishmanien. Weitere durch Parasiten verursachte Krankheiten sind die Ehrlichiose und die Dirofilariose.

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BeitragVerfasst: 11. Aug 2009 22:35 
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Bandwürmer
Bandwürmer sind, wie der Name nahelegt, länglich und bestehen aus einer Reihe von gleich aussehenden Gliedern. Ihre Größe reicht vom 3 mm langen Fuchsbandwurm bis hin zum bis zu 10 m langen Fischbandwurm.

Ihr Auftreten beim Hund ist nicht so häufig wie das der Rundwürmer, und für ihre Entwicklung brauchen sie einen Zwischenwirt. Von Bedeutung sind neben dem bereits oben angesprochenen Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) der Kürbiskern-Bandwurm (Dipylidium caninum) sowie der Dreigliedrige Hundebandwurm (Echinococcus granulosus), weil sie auch den Menschen befallen können.

Anzeichen

Kürbiskern-Bandwurm (Dipylidium caninum)

* reiskornähnliche, weiße Bandwurmglieder im Kot bzw. in der Aftergegend des Hundes
* Juckreiz in der Aftergegend
* Abmagerung (erst bei starkem Befall)
* struppiges Fell (erst bei starkem Befall)

Dreigliedriger Hundebandwurm (Echinococcus granulosus)

* beim Hund keine auffälligen Krankheitsanzeichen
* beim Menschen eine große Finnenzyste, vorwiegend in Lunge oder Leber, lebensgefährlch

Behandlung und Vorbeugung
Eine regelmäßige Entwurmung mit speziellen Bandwurmmitteln sollte in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen. Parallel dazu muß auch eine Flohbekämpfung bzw. Prophylaxe erfolgen, weil die Infektion mit Bandwürmern vor allem über Flöhe geschieht.

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BeitragVerfasst: 11. Aug 2009 22:36 
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Der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis)
Der Fuchsbandwurm gehört zu den gefürchteten Endoparasiten des Hundes, weil er auch Menschen infizieren und für diese tödlich sein kann. In diesem Fall ist der Hund der Endwirt und erkrankt kaum auffallend, während der Mensch als Fehlzwischenwirt von lebensgefährlichen tumorartigen Gebilden in der Leber befallen werden kann.

Anzeichen

* keine Krankheitsanzeichen erkennbar
* Nachweis durch Kotuntersuchung

Behandlung und Vorbeugung
Eine regelmäßige Entwurmung mit speziellen Bandwurmmitteln sollte in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen. Die Infektion erfolgt über den Kontakt mit Fuchskot, beim Menschen über das Essen von verseuchten Waldfrüchten o.ä.

Rundwürmer
Mit den Rundwürmern, zu denen die Spulwürmer, die Hakenwürmer und die Peitschenwürmer gehören, können sich Hunde schon über die Blutbahn im Mutterleib infizieren, spätestens aber beim Säugen. Problematisch werden sie also in erster Linie für junge Hunde, also bei der Aufzucht von Welpen.

Bei erwachsenen Hunden verursachen sie kaum Störungen, wenn sie nicht in Massen auftreten. Allerdings können diese Würmer auch auf Menschen übertragen werden, der Befall kann also zu den sogenannten Zoonosen gezählt werden.

Speziell im Welpenalter sind also regelmäßige Entwurmungen unerläßlich, soll es nicht zu Entwicklungsstörungen der Hunde sowie auch zu Befall bei Menschen kommen.

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BeitragVerfasst: 11. Aug 2009 22:38 
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Babesiose (Piroplasmose)
Diese durch Babesien veursachte Krankheit wird durch braune Hundezecken übertragen, die aus wärmeren Ländern Südeuropas zu uns eingeschleppt werden. In Gebäuden kann sich diese Zecke halten und sogar vermehren, so dass die Krankheit sich verbreiten kann.

Die Überträger, die Babesien (Babesia canis) dringen in die roten Blutkörperchen ein und zerstören sie, außerdem schädigen sie die Blutgefäße.
Neueste Untersuchungen haben ergeben, daß auch in Deutschland und in Luxemburg endemische Gebiete vorliegen.

Anzeichen

* Schwäche, Fieber
* dunkler Urin
* Schleimhäute blass bis gelblich
* bei einem schweren Verlauf auch Nierenversagen
* Besonders bei jungen Hunden mit massiver Infektion kann es zu einem perakuten Verlauf mit plötzlichen Todesfällen kommen.
* Chronische Verläufe sind auch beschrieben, bei denen wechselndes Fieber und Verlust an Körperkondition die Hauptsymptome darstellen. Es können aber auch Aszites, asymmetrische periphere Ödeme, ZNS-Störungen, Verdauungs- und Kreislaufstörungen auftreten.

Diagnose
Der Babesien-Nachweis erfolgt durch eine Blutuntersuchung, am besten durch die Untersuchung von Kapillarblut, welches am Nagelbett oder der Ohrspitze
abgenommen wird. Babesien sind hierbei in den Erythrozyten liegend nachweisbar.

Behandlung und Vorbeugung

* Behandlung durch vom Tierarzt verabreiche Injektionen
* Vorbeugung durch Zeckenprophylaxe in den endemischen Gebieten
* keine Reisen mit Hunden in die Verbreitungsgebiete

Dirofilariose,
die Herzwurmerkankung wird ausglöst vom Dirofilaria immitis, auch Herzwurm genannt. Dies ist ein Parasit, der sich vor allem in der rechten Herzkammer und den von dort in die Lunge führenden Arterien ansiedelt. Der Herzwurm kommt in tropischen und subtropischen Gebieten vor, aber auch in der Mittelmeerregion. Als Überträger werden bis zu 70 Arten von Stechmücken verantwortlich gemacht.

Inkubationzeit
Es dauert mindestens ein halbes Jahr bis die Dirofilariose nach erfolgter Infektion nachgewiesen werden kann.

Woran erkennt man die Diofilariose?:
Die Entwicklung der Mikrofilarien über verschiedene Larvenstadien findet teilweise in der Stechmücke statt. 70-110 Tage nach Infektion gelangen die adulten Herzwürmer in die Pulmonalarterien, nach 3 Monaten entsteht eine neue Generation von Herzwürmern. 6-7 Monate nach erfolgter Infektion sind erneut Larvenstadien im Blut nachweisbar. Länger andauernder Befall führt zu Gewichtsverlust, schlechter Kondition, produktivem Husten und Ascites, Herz-, Leber- und Niereninsuffizienz.


Entzündliche Veränderungen und absterbende Parasiten können zu Thrombosen führen.

Massiver Befall kann zu Blutrückstau in die Leber führen mit Leberinsuffizienz infolge einer fortschreitenden Zerstörung der Leberzellen. Es
kann zu hämolytischen Anämien kommen, sowie Glomerulonephritiden mit Proteinurie, Urämie bis hin zu Nierenversagen können durch
Ablagerung von Immunkomplexen in der Niere entstehen.

Diagnose:
Der mikroskopische Nachweis der Mikrofilarien ist von peripherem Blut über einen Ausstrich möglich. Die Blutentnahme sollte hierbei in den
Morgen- oder Abendstunden erfolgen, da sich die Mikrofilarien dann in den Blutgefäßen dicht unter der Haut aufhalten. Zum Nachweis wird 1
Tropfen Blut mit 1 Tropfen Kochsalzlösung gemischt. Bewegliche Mikrofilarien sind mikroskopisch nachweisbar. Mit venösem Blut kann auch
der Knott-Test durchgeführt werden (1 Tropfen EDTA-Blut mit 9ml 2% Formaldehyd mischen, zentrifugieren, Sediment mit Methylenblau
gegenfärben und mikroskopieren).

Aber: Bei ca. ¼ der infizierten Hunde findet man keine Mikrofilarien. Dieser Zustand wird als okkulte Dirofilariose bezeichnet.

In der Regel wird der (Antigen-)Nachweis der adulten Herzwürmer im Labor aus Serum über einen ELISA durchgeführt. Dieser Test ist jedoch
erst 4-6 Monate nach einer möglichen Infektion aussagekräftig.

Therapie:
Alle Mittel gegen adulte Würmer sind relativ toxisch! Wichtig ist daher die Vorbeugung!

Prophylaxe:
Für endemische Gebiete ist eine Chemoprophylaxe mit Mikrofilariziden angebracht. Z.B. Strongholdâ , Heartgard 30â . Vorsicht: Collies und
Bobtails!

Ehrlichiose


Die Ehrlichiose ist eine Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird. Relativ häufig sind Doppelinfektionen mit Babesien, da beide Erreger von denselben Zecken übertragen werden. Die Ansteckung erfolgt durch den Zeckenbiss. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 8 und 20 Tagen. Ehrlichiose gibt es überall in Europa, aber besonders häufig im Süden und in östlichen Ländern.

Erreger

Ehrlichien sind eine Art von Bakterien. Sie befallen die weißen Blutkörperchen und schädigen das Immunsystem. Die Diagnose wird anhand eines Bluttests (serologischer Nachweis) gestellt.

Symptome

Manchmal keine. Häufig sind hohes Fieber, Schwäche, Gelenkbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen. Absinken der Thrombozyten ist typisch (Blutungsneigung)

Gefahr für Menschen?

Hunde- Ehrlichiose ist vermutlich nicht auf Menschen übertragbar.

Behandlung

Antibiotika- Therapie über mehrere Wochen.

Aussichten

Eine unbehandelte Ehrlichiose kann infolge zunehmender, ggf. über Jahre andauernder, schleichender Blutungsneigung zum Tod des Tieres führen.

Vorsorglich ist daran zu denken, den Hund vor Zeckenbissen, z.B. durch ein Halsband zu schützen, siehe Prophylaxe.

Quelle: Parasitus Ex e.V.

Giardiose (Giardia lamblia)


Giardien gehören wie die Kokzidien zu den Protozoen, d.h. sie sind tierische Einzeller. Der Erreger der Giardiasis ist der Einzeller Giardia lamblia, der hauptsächlich durch das Trinken von fäkal verunreinigtem Wasser übertragen wird. Nach der Ansteckung vermehren sich die Parasiten im Darm sehr schnell, was zu einer Schädigung der Darmschleimhaut und damit zu Durchfall führt. Die Giardien kommen in einer aktiven Form (Trophozoid) und einer ruhenden Form (Zyste) vor. Eine Infektion wird schon durch die Aufnahme von nur zehn Zysten ausgelöst, wogegen die aktiven Formen nicht infektiös sind. Die Zysten werden mit dem Kot abgegeben und können auch bei Kälte und Feuchtigkeit monatelang überleben. In Gebieten mit schlechten hygienischen Verhältnissen ist das Ansteckungsrisiko deshalb recht groß. Giardia lamblia ist weltweit verbreitet, kommt aber besonders häufig in südlichen Ländern vor.

Giardien sind die zweithäufigsten Magen-Darm Parasiten, die u.a. bei Hund, Katze aber auch beim Mensch vorkommen können. Wenn Ihr Tier unter hartnäckigem, schleimigen, gelblichen manchmal auch blutigem Durchfall leidet, evtl. verbunden mit Erbrechen und Fieber, sollte unbedingt eine Kotprobe auf Giardien untersucht werden. Ein Befall mit Giardien muss auf jeden Fall mit Medikamenten behandelt werden. Wirkstoffe gegen Giardien sind Albendazol, Metronidazol und Fenbendazol. Oft ist eine mehrmalige Behandlung (z.B. mit Panacur) notwendig. Wenn weitere Tiere im Haushalt leben, sollten alle Tiere prophylaktisch mitbehandelt werden, da die Ansteckungsgefahr sehr groß ist. Neben der Gabe von Medikamenten ist auch die Hygiene sehr wichtig. Ohne Hygienemaßnahmen sind die Giardien nur sehr schwer in den Griff zu bekommen. Giardien zählen zu den Zoonosen, sie sind also auch auf den Menschen übertragbar, am häufigsten ist jedoch ist die Ansteckung von Mensch zu Mensch und von Hund zu Hund.

Die Giardien besitzen eine Art Saugnapf mit welchem sie sich an der Darmwand ihres Wirtes festhalten können. Deutlich sichtbar sind die bleibenden Abdrücke im Darm, wenn sich die Giardien wieder ablösen.

Die Form der Giardien erinnert leicht an eine Birne. Die zwei "Augen" sind in Wirklichkeit Zellkerne mit den Erbinformationen. (Abbildung 2)

Viele Tiere beherbergen Giardien im Darm, ohne erkennbare Krankheitsanzeichen. Der Erreger lebt dann häufig unbemerkt im Dünndarm. Es gibt auch Tiere, welche die Giardien nicht zu eliminieren vermögen. Obwohl es Medikamente gegen die Giardien gibt, hilft bei diesen Tieren die Therapie oftmals nur kurzfristig und die Erreger treten schon bald wieder auf. Da es aber wichtig ist, die Ausscheidung der Parasiten möglichst gering zu halten, müssen die Tiere regelmäßig behandelt werden. Es kann auch vorkommen, dass sich Giardien während einer Behandlung im Gallengang verstecken und für das Medikament nicht zugänglich sind. Es handelt sich dabei um so genannte Dauerausscheider. In diesen Fällen wird es notwendig sein, die Behandlung in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.

Kokzidiose
Ähnlich wie die Rundwürmer haben auch die Kokzidien, einzellige Parasiten, eine Bedeutung hauptsächlich für Welpen und Junghunde. Die Infektion erfolgt entweder über den Hundekot, der Ausscheidungsformen der Kokzidien, sogenannte Oozysten enthält, oder durch Fressen von Kleinnagern, die so genannte Ruhestadien enthalten.

Anzeichen

* Durchfall, evtl. blutig
* bei starkem Befall verzögerte Entwicklung

Behandlung und Vorbeugung

* mit speziellen, vom Tierarzt verabreichten Mitteln, nachdem bei einer Kotuntersuchung der Befall festgestellt wurde

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BeitragVerfasst: 11. Aug 2009 22:38 
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Toxoplasmose
Wie viele der hier besprochenen, durch Endoparasiten verursachten Krankheiten ist auch die Toxoplasmose hauptsächlich für junge Hunde problematisch. Der Hund ist dann Zwischenwirt und erkrankt möglicherweise, kann aber selbst die Infektion nicht übertragen, im Gegensatz zur Katze.

Anzeichen

* geschwollene Lymphknoten
* Fieber
* Lähmungserscheinungen, schwankender Gang
* Husten, Brechdurchfall
* Symptome ähnlich wie bei Staupe

Behandlung und Vorbeugung

* nach der schwierigen Diagnose überwiegend Behandlung der befallenen Organe
* zur Vorbeugung kein rohes Fleisch, vor allem kein Schweinefleisch füttern
* Kontakt der Junghunde mit Katzenkot vermeiden

Neosporose

Mit freundlicher Genehmigung aus *** Der Link ist nur für Mitglieder sichtbar, zum Login. ***

1984 wurde erstmals in Norwegen eine neurologische Erkrankung bei Hunden beschrieben, deren Erreger den Toxoplasmen ähnelte, jedoch nicht klassifiziert werden konnte. 1988 wurde in den USA ein ähnlicher Erreger bei Hunden gefunden und Neospora caninum benannt. Später stellte sich heraus, dass die beiden Erreger identisch waren.

In der nachfolgenden Dekade konnten zwei Stadien des Erregers beschrieben werden, die Tachyzoiten und die Bradyzoiten. Dabei finden sich Tachyzoiten intrazellulär in vielen verschiedenen Zellen, die Bradyzoiten liegen in Zysten und kommen nur in neuronalem Gewebe vor. Der Entwicklungszyklus konnte erst 1998 geklärt werden. Danach ist zumindest der Hund ein Endwirt von Neospora caninum und kann Oozysten ausscheiden. Trotzdem ist als natürlicher Infektionsweg bislang nur die transplazentare Infektion bekannt.

Die Neosporose ist jedoch keine neue Erkrankung. Retrospektive Untersuchungen haben gezeigt, dass die Neosporose bereits 1957 bei Hunden in den USA auftrat, vor 1988 jedoch i.d.R. fälschlich als Toxoplasmose diagnostiziert wurde. Auch in Deutschland konnte durch eine retrospektive Untersuchung gezeigt werden, dass bereits 1980 die Neosporose bei Hunden aufgetreten war. Weitere klinische Fallstudien wurden in den letzten Jahren bekannt.
Verbreitung der Neosporose und Klinik

Die Neosporose ist bereits in vielen Ländern nachgewiesen worden, es muss von einer weltweiten Verbreitung ausgegangen werden. Natürliche Infektionen wurden bei Hunden, Rindern, Pferden, Schafen, Ziegen und Rotwild festgestellt. Zahlreiche weitere Tiere können experimentell infiziert werden u. a. Katzen. Klinisch sind Hunde und Rinder besonders schwer betroffen. Bei letzteren bestimmen Aborte in jedem Trächtigkeitsstadium das Bild.

Bei Hunden stehen neurologische Symptome im Vordergrund: häufig liegen aufsteigende Paralysen der Hinterhand mit Hyperextension vor, es können alle Gliedmaßen betroffen sein (Tetraplegie). Weitere mögliche Befunde sind Schluckbeschwerden, Paralyse des Kiefers, Kopfschiefhaltung, Muskelschwäche, Herzinsuffizienz und Pneumonie. Junge, kongenital infizierte Hunde, zeigen eine schwerere Symptomatik. Plötzliche Todesfälle kommen vor. Ältere Hunde zeigen öfter Zeichen einer generalisierten Infektion mit ZNS-Beteiligung, Polyradikulitis, Polymyositis und multipler Organbeteiligung.

Bei ca. der Hälfte der betroffenen Tiere treten Paraparesen auf. Bei älteren Hunden mit neurologischen Erscheinungen sollte man daher immer eine Neosporose in die Differentialdiagnose mit einbeziehen. Auch bei Fällen von ulzerierender, nekrotisierender Dermatitis wurde Neospora caninum als Ursache nachgewiesen.
Diagnosestellung

Zur Diagnose der Neosporose gibt die klinische Symptomatik einen Hinweis. Es sind jedoch Verwechslungen u.a. mit der Toxoplasmose möglich. Hilfsmittel zur ersten Unterscheidung sind:

* 1. eine neuromuskuläre Paralyse kommt bei der Toxoplasmose i.d.R. nicht vor
* 2. die Toxoplasmose ist meistens mit weiteren Erkrankungen verknüpft (z.B. Staupe), Neospora caninum wird dagegen als primär pathogen angesehen.

Zur Erhärtung des Verdachts gilt der serologische Antikörpernachweis als das beste diagnostische Instrument. Der indirekte Fluoreszenzantikörpertest (IFAT) gilt als sehr gut etablierte Methode zur Feststellung von Antikörpern gegen Neospora caninum beim Hund. Dabei gelten Titer ³ 1:50 als positiv. Kreuzreaktionen mit Toxoplasma gondii kommen in dieser Verdünnungsstufe nicht mehr vor. Ein Antikörpertiter allein ist jedoch nicht beweisend für eine Neosporose, da auch latente Infektionen ohne klinische Erscheinungen Antikörpertiter hervorrufen. Diese Titer können über einen längeren Zeitraum persistieren.

Hämatologische oder klinisch-chemische Untersuchungen sind ohne diagnostische Aussagekraft. Eine Erhöhung der Creatinkinase (CK) im Blut kann bedingt durch die Polymyositis auftreten. Die Leberwerte können erhöht sein.

Eine zytologische Untersuchung des Liquor cerebrospinalis kann eine nicht eitrige Meningoenzephalitis aufzeigen, evtl. finden sich dort Parasitenstadien (Tachyzoiten). Der Antikörpertiter kann auch aus dem Liquor bestimmt werden; im Liquor ist jeder Titer beweisend für eine Infektion. Häufig wird die endgültige Diagnose erst während der Sektion gestellt. Da es aber durchaus Tiere gibt, welche die Neosporose überleben, sollten auch Therapieversuche durchgeführt werden (s. Abschnitt Therapie). Für praktische Zwecke kann die Diagnose aus den zur Erkrankung passenden klinischen Erscheinungen, dem positiven Titer und einem möglichen Therapieerfolg gestellt werden.
Eigene Untersuchungen

200 Hunde mit klinischem Verdacht auf Vorliegen einer Neosporose, wurden auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen Neospora caninum untersucht. Von diesen Tieren reagierten 13% seropositiv mit Titern zwischen 1:50 und 1:400. Der serologische Nachweis von Infektionen mit Neospora caninum bei Hunden ist somit möglich. Von den Tieren wurden 87 auch auf Antikörper gegen Toxoplasma gondii untersucht. Bei 29% lag ein Toxoplasma-Titer vor, nur ein Tier hatte dabei Antikörper gegen beide Erreger.

Von 50 Hunden, deren Serum auf Grund anderer Erkrankungen an unser Labor gesandt wurde, hatten 4 % Antikörper gegen Neospora caninum im Serum. Es liegt also in Deutschland - wie auch in anderen Ländern - eine subklinische Durchseuchung der Hunde vor.

Aus den vorliegenden Ergebnissen wird deutlich, dass es sinnvoll ist, bei klinischen Erscheinungen mit Verdacht auf Neosporose gleichzeitig eine Antikörperbestimmung gegen Neospora caninum und Toxoplasma gondii durchzuführen, da klinisch eine Differenzierung zwischen beiden Erkrankungen nur selten möglich ist.
Prophylaxe

Hinweise zur Prophylaxe für das Einzeltier können zur Zeit noch nicht gegeben werden, da der Hund zwar als ein möglicher Endwirt von Neospora caninum identifiziert wurde, der Ansteckungsweg bei erwachsenen Tieren jedoch weiterhin unklar ist. Der einzige bekannte natürliche Infektionsmodus ist die transplazentare Infektion. Es existieren lediglich epidemiologische Hinweise aus anderen Ländern, dass auch postnatale Infektionen stattfinden müssen. Hündinnen, die selbst nur latente Träger der Infektion sind, können die Parasiten trotzdem an ihre Welpen weitergeben, auch bei wiederholten Würfen.

Besonders in sehr engen Zuchten kann es dadurch zu einem starken Anstieg der Neospora-Infektionen kommen. Dabei können bei den Welpen - neben den typischen neurologischen Erscheinungen - auch einfach häufige Totgeburten oder Frühsterblichkeit auftreten. In Zuchten mit klinischen Verdachtsmomenten auf Neosporose, sollten daher die Hündinnen serologisch untersucht werden. Hündinnen mit höheren Titern produzieren häufiger infizierte Welpen, als solche mit niedrigeren Titern. Man sollte daher erwägen, solche Hündinnen von der Zucht auszuschliessen. Es gilt jedoch auch hier: nicht jeder infizierte Welpe muss auch zwangsläufig erkranken.
Therapie und Prognose

Die Prognose einer Neosporose mit ausgeprägten neurologischen Erscheinungen ist vorsichtig bis ungünstig. Oft kommt es bei den fast völlig gelähmten Tieren zu Komplikationen, z.B. zu einer Pneumonie. Die Erkrankung muß aber nicht zwingend tödlich verlaufen.

Es gibt immer wieder Berichte über erfolgreiche Heilungen. Dabei können kleinere Probleme zurückbleiben wie z.B. Haltungs- oder Gangartfehler. Die Chance auf einen Therapieerfolg ist um so größer, je früher mit der Behandlung begonnen wird und je geringer die Ausprägung der klinischen Erscheinungen ist. Man sollte daher mit der Therapie starten, bevor das serologische Ergebnis vorliegt. Die Kontraktur der Quadricepsmuskulatur ist das Symptom, welches die wenigsten Chancen auf vollständige Heilung hat.

Die Therapie beruht bislang auf Erfahrungen mit der Behandlung der Toxoplasmose, sowie einigen Ergebnissen chemotherapeutischer Studien. Es werden entweder Clindamycin oder potenzierte Sulfonamide mit Pyrimethamin kombiniert. Die Therapie sollte über Wochen bis sogar Monate erfolgen.

Der Heilungserfolg kann zusätzlich zur Verbesserung der Klinik über den Titerverlauf kontrolliert werden. Titerabfälle in einem Zeitraum von Wochen bis Monaten, sind in der Literatur beschrieben und kamen auch bei Fällen aus unseren eigenen Untersuchungen vor.
Bitte unbedingt beachten!
Diagnose, Therapie und Dosierung von Medikamenten müssen von einem Tierarzt erfolgen.
Gegenbeweis zur Panikmache um Neosporose als Verursacher von Rindertod durch Hundekot

Von Prof. Dr. H. Mehlhorn (Institut für Parasitologie Uni Düsseldorf )
sowie Prof. Dr. A.O. Heydorn und Prof. Dr. E. Schein (Institut für Vet. Parasitologie FU Berlin)

In jüngster Zeit wurden Bauern durch aufgebauschte Presseberichte, aber auch durch Aktionen von Bauernverbänden verunsichert. Ausgangspunkt ist, daß der Neospora caninum genannte parasitische Einzeller (im Kot von Hunden) angeblich für ungefähr ein Drittel aller Rinderaborte verantwortlich ist - eine generelle Zunahme der Aborte wurde zudem nicht nur zwischen den Zeilen angedeutet.

Die wissenschaftlich gesicherten Ergebnisse zeigen bei nüchterner Bewertung aber, daß kein Anlaß zur Panik gegeben ist und daß erst recht kein Grund für eine Verteufelung von Hunden und insbesondere derer der Spaziergänger besteht.

Die folgenden Fakten sind zu betrachten:

1. Richtig ist, daß im Hundekot ein Einzeller ausgeschieden wird, der von Heydorn 1973 beschrieben und später von Dubey Neospora caninum genannt wurde. Dieser Erreger führt bei gesunden Tieren (Rind, Ziege, Maus, Ratte, Hund) aber zu keinerlei Krankheitssymptomen. Krankheitssymptome kann man nur erzeugen, wenn die Tiere experimentell vor der Infektion mit Cortison etc. vorbehandelt werden, was zu einer Schwächung des Immunsystems führt.

2. Nicht einmal erwiesen ist, daß Hunde, die serologisch positiv sind, auch ausgeschieden haben. Sie könnten auch nur selbst Träger des Parasiten sein und somit Antikörper produzieren.

3. Richtig ist, daß bei gesunden Kühen häufig sog. Antikörper gegen diesen Einzeller nachgewiesen werden können. Diese Antikörper finden sich in Australien in bis zu 20% der Kühe, in Deutschland oft bei 5% der Tiere. Dies bedeutet aber nicht unbedingt, daß der Parasit auch noch anwesend ist.

4. Richtig ist, daß bei einer Anzahl von abgetöteten oder krank geborenen Foeten von Rindern und (noch seltener) von Hunden Stadien von Neospora nachgewiesen wurden.

5. Falsch ist, daß dieses Auffinden von Parasiten der endgültige Beweis ist, daß die Parasiten die tatsächliche oder alleinige Ursache für den Abort sind. Der wissenschaftliche Beweis, daß Neospora für sich alleine Aborte auslöst, wurde bisher nicht erbracht. Die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe (Autoren Dr. S. Schmidt, Dr. Zioleck, Dr. S. Grundlach) hat allein 17 Gründe für Rinderaborte aufgelistet, die auf Infektionen zurückgehen - weitere existieren sicher auf Grund genetischer Zuchtfaktoren oder Stoffwechselerkrankungen. Diese anderen möglichen Ursachen wurden bei den Untersuchungen der abortierten Föten nicht oder nicht vollständig ausgeschlossen. Es ist bei der Sachlage der geringgradigen Vermehrung von Neospora in gesunden Tieren offenkundig, daß sich Neospora als "Trittfahrer" in kranken Foeten ausbreitet. Dies wird auch dadurch belegt, daß z.B. in Australien bei Herden mit 20 prozentiger Durchseuchung mit Neospora zum Teil überhaupt keine Aborte auftraten.

6. Richtig ist, daß Hunde Dauerstadien von Neospora im Kot ausscheiden, dies aber nur sehr kurz und in sehr geringem Maße und auch nur, wenn sie rohes (= ungekochtes, nicht tiefgefrorenes) erregerhaltiges Fleisch gefressen haben. Dies ist beim typischen "chappi-ernährten" Hund der Spaziergänger nicht der Fall. Auch die früher noch praktizierte Hausschlachtung auf Bauernhöfen, bei der etwas "Rohes" für die Hofhunde "abfallen" konnte, ist heute extrem selten. Darüberhinaus sind die Parasiten selbst in befallenen Tieren extrem rar, so daß ein Übertragungsrisiko gering ist.

Die Übertragung der - nach unserer Meinung - für gesunde Tiere ungefährlichen Neospora-Stadien erfolgt somit im wesentlichen von der Kuh aufs Kalb. Sofern überhaupt Hunde in nennenswertem Maße an der Verbreitung beteiligt sind, so sind es die Hunde der Bauern selbst - sofern sie mit rohem Fleisch ernährt werden. Zu einer Verteufelung von Spaziergängerhunden besteht somit absolut keine Veranlassung. Die in einigen Presseberichten hervorgehobene Zunahme von N. caninum-verursachten Aborten ist völlig widersinnig, da Hunde heute viel seltener mit rohem Fleisch gefüttert werden als früher. Falls dennoch die Zunahme richtig wäre, würde dies die Unschuld des Hundes beweisen

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Leishmaniose

Leishmaniose kommt im gesamten Mittelmeerraum, Frankreich, Süddeutschland, Schweiz, Osteuropa und evtl. Österreich. Der wichtigste Überträger ist die Sandmücke, weiterhin ist die Übertragung auch über die Plazenta im Mutterleib bekannt. Die Übertragung erfolgt jedoch nicht zwangsläufig. Es kann innerhalb des Wurfes einer infizierten Hündin sowohl infizierte wie nicht infizierte Welpen geben. Einige Welpen weisen einen Antikörpertiter auf, ohne selbst infiziert zu sein. Der Titer geht in solchen Fällen innerhalb des ersten Lebensjahres zurück.

Direkte Übertragungen Tier zu Tier oder Tier zu Mensch wurden bisher nicht nachgewiesen. Allerdings gibt es einige ungeklärte Fälle, u. a. in Amerika, wo bislang nicht klar ist, WIE sich Hunde infiziert haben, ohne in einem Endemiegebiet gewesen zu sein.

Leishmaniose-Hunde haben oft offene Ekzeme, in deren Wundsekret (nicht im Blut!) Leishmanien nachweisbar sind.

Diese sind theoretisch infektiös, wenn sie direkt von dem Ekzem in das Blut (oder eine Wunde) von Tieren oder Menschen gelangen. Ein Nachweis wurde bisher aber noch nicht beschrieben. Dennoch sollte man infizierte Tiere mit Verletzungen grundsätzlich von Kindern fernhalten, und natürlich auch selbst größte Hygiene walten lassen.

An der Luft sind Leishmanien nicht lebensfähig. Sollte Wundsekret also beim Vorbeilaufen an Gegenständen hängen bleiben oder auf den Boden tropfen, ist die Infektionsgefahr vorbei, sobald es antrocknet, spätestens nach wenigen Minuten.

Durch Hundebisse kann Leishmaniose nicht übertragen werden, da im Speichel keine Leishmanien vorhanden sind. Auch über die Luft, Tröpfcheninfektion oder Körperausscheidungen wie Kot und Urin ist keine Übertragung möglich. Eine Übertragung beim Deckakt wäre theoretisch möglich, z. B. infolge der Ausscheidungen der Hündin. Untersuchungen liegen hierzu noch nicht vor.

Selbst bei Kontakt mit frischem Blut (bei frischen Verletzungen des infizierten Hundes) besteht kaum ein Infektionsrisiko, da im frischen Blut kaum Leishmanien enthalten sind. Lediglich bei HIV-infizierten Menschen, die gleichzeitig Leishmaniose haben, ist bisher der Nachweis von Leishmanien im Blut gelungen.

Erreger

Leishmanien, Einzeller. Sie befallen die weißen Blutkörperchen (Fresszellen) im Knochenmark und schädigen die Organe, besonders Leber, Milz und Nieren, unbehandelt bis hin zum Tod des Tieres.

Bild
Sandmücke © Sinclair Stammers

Symptome der Leishmaniose

Die meisten betroffenen Hundebesitzer lernen diese Krankheit erst kennen, nachdem ihr Hund und sie eine längere Leidensgeschichte hinter sich haben. Die Leishmaniose ist im deutschen Sprachraum (noch) nicht heimisch. Daher suchen die meisten Tierärzte, denen sie ihr Tier vorstellen, zunächst einmal nach anderen Ursachen oder behandeln vorrangig die Symptome.

Wenn Sie mit ihrem Tier im Süden waren oder wenn ihr Tier von dort stammt, sollten Sie auch ohne Symptome unbedingt einen Leishmaniose-Test machen lassen. Selbst wenn diese Untersuchung negativ ausfällt, sollten Sie beim Auftreten eines oder mehrerer der folgenden Symptome das Tier genauer untersuchen lassen.

Nachfolgend stellen wir Ihnen die Symptome der Leishmaniose vor. Diese können je nach der europäischen Region, in der der Hund infiziert wurde, unterschiedlich sein. Manche davon treten auch nur in bestimmten Gebieten auf.

Die ersten, unspezifischen Symptome

Erste, sehr unspezifische Symptome einer klinischen Leishmaniosemanifestation können Durchfall, Lahmheit, sowie allgemeine Trägheit und Appetitlosigkeit, begleitet von schleichendem Gewichtsverlust sein. Die Tiere vertragen Hitze schlecht, ermüden leicht und hecheln viel.

Das „Ausfransen“ der Ohren

Ein spezifisches Symptom ist das „Ausfransen“ der Ohren, also leichtes und mehrfaches Einreißen der Ohrränder.

Einige mediterrane Bauern kennen diese Symptomatik, deuten dieses jedoch damit, dass irgendwelche Fliegen die Ohrränder angebissen haben. Begleitet wird dieses Einreißen der Ohrränder häufig mit Schuppenbildung, erst auf den Ohren, dann auch am Kopf, und schließlich am ganzen Körper.

Hautveränderungen

Hautläsionen sind das häufigste klinische Erscheinungsbild, aber auch sehr variabel. Offene kleine Hautwunden finden sich oft zuerst an der Innenseite der Ohren, aber auch an anderen Körperstellen. Diese Wunden sind meist kreisrund und verheilen schlecht.

Hunde aus Griechenland haben häufig trockene Verkrustungen am Kopf, Hunde aus Süd-Spanien und Portugal eher offene Wunden an den Beinen, besonders im Bereich der Gelenke, aber auch an den Pfoten. Völlig unverkrustete Läsionen an der Nase sind typisch bei spanischen Hunden. Hunde aus Sizilien haben häufig mehr und größere Wunden als Hunde aus anderen Regionen.

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Überlange Krallen

Häufig wird ein beschleunigtes Krallenwachstum beobachtet. Die Krallen wachsen schneller, als sie abgelaufen werden können und werden leicht brüchig. Hinzu kommt, dass erkrankte Hunde ohnehin ruhiger werden und weniger laufen. Wenn die Krallen nicht gekürzt werden, biegen sie sich schließlich zur Seite um, was zusätzliche Probleme bei der Pfotenstellung und beim laufen verursacht. Auch besteht die Gefahr des Hängenbleibens und Abreißens der Krallen. Das ist für den Hund sehr schmerzhaft und heilt oft schlecht.

Augenveränderungen

Die Augenerkrankungen variieren sehr stark. Die häufigste ist die Entzündung der Augenlider in Zusammenhang mit Hautläsionen im Gesicht. Häufig beobachtet man eine Entzündung von Hornhaut und Bindehaut in beiden Augen gleichzeitig. Bei einigen Hunden kommt es zu einer beidseitigen Entzündung der Iris, teils in Verbindung mit einem Hornhautödem und der Verklebung der Iris mit der Netzhaut oder der Linse. Letztlich können Entzündungsherde zu einer Ansammlung von bestimmten Zellen führen und dadurch die Sehkraft deutlich beeinträchtigen.

Haarausfall

Als Folge der Hautveränderungen, parallel oder unabhängig davon, kommt es zu Haarausfall. An den Hinterbeinen fallen Haare auch büschelweise aus, häufig bei Hunden aus Spanien und Italien. Ein nahezu völliger Haarausfall ist bei griechischen Hunden zu beobachten.

Bei spanischen und italienischen Hunden wiederum ist eine sogenannte „Brillenbildung“, ein Haarausfall um die Augen herum signifikant.

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Verkümmerte Gesichtsmuskulatur

Bei einigen Fällen ist eine einseitige Verkümmerung der Gesichtsmuskulatur auffällig. Schaut man dem Hund von vorn über die Augen auf den Kopf, oder streicht man über die Kopfmuskulatur, so fällt eine Ungleichheit der beiden großen Kopfmuskeln auf.

Lokale oder allgemeine Lymphknotenschwellung

Es sind meist zwei oder mehrere Lymphknoten angeschwollen. Die Kniekehlen-Lymphknoten sind als erste gut tastbar vergrößert. Bei kurzhaarigen Hunden können sie später auch unter der Haut sichtbar sein.

Nasenbluten

Etwa 5 – 10% der Leishmaniose-infizierten Hunde leiden unter Nasenbluten. Besonders häufig sind Schäferhunde und deren Mischlinge betroffen. Die Ursache dieses Nasenblutens ist bislang noch nicht geklärt. Es ist jedoch anzunehmen, dass dieses Nasenbluten durch eine Entzündung und Hautveränderungen der angegriffenen Nasenschleimhaut hervorgerufen wird.

Geruch

Tiere im fortgeschrittenen Stadium können einen sonderbaren, faulig oder kotig erscheinenden Geruch absondern, sowohl am ganzen Körper, wie auch aus dem Maul. Sie „stinken“ regelrecht. Dies ist immer ein Alarmzeichen für eine schwere Beeinträchtigung von Nieren, Leber oder anderen inneren Organen.

Innere Probleme

Diese sieht man dem Hund natürlich nicht unbedingt von außen an. Wir führen sie hier aber trotzdem auf, da Blutuntersuchungen beim Tierarzt manchmal aus anderen Gründen gemacht werden, abweichende Werte aber nicht unbedingt sofort einer Leishmaniose zugeordnet werden.

Anämie

Im Blutbild ist häufig ein niedriger Hämatokrit – (Prozentsatz der festen Blutbestandteile) und Hämoglobin-Wert (roter Blutfarbstoff) auffällig, die eine Anämie zeigen. Sie können Anhaltspunkte dafür selbst feststellen, wenn Sie das Zahnfleisch Ihres Hundes kurz mit dem Daumen eindrücken. Es muss sich dann sofort wieder rosa färben. Blasse Schleimhäute und eine verzögerte Rückfärbung können Anzeichen für eine Anämie sein.

Leber- Milz- und Nierenschäden

Die Leishmanien siedeln sich innerlich in der Leber, der Milz und den Nieren an, neben dem befall des Knochenmarks. Den Grad der Schädigung kann man anhand einiger Laborwerte abschätzen (siehe Diagnostik). Eine Vielzahl der Medikamente, die zur Therapie der Leishmaniose eingesetzt werden, schädigen die inneren Organe zusätzlich. Ein im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf auftretendes Nierenversagen ist häufig die Todesursache Leishmaniose-infizierter Hunde.

Die ersten Anzeichen für solche Schäden sind die gleichen wie oben unter „unspezifische Symptome“ und „Geruch“ aufgeführt, so dass Sie sie nicht selbst, ohne Blutuntersuchung, einordnen können.

Diagnostik der Leishmaniose

Blutuntersuchungen

Blutuntersuchungen auf Leishmaniose sind normalerweise indirekte Tests, da sich Leishmanien nur schwer im Blut nachweisen lassen. Im Blut wird daher nach Antikörpern gesucht, die das Tier nach einer gewissen Zeit gegen die Erreger gebildet hat.

Antikörpertest (IFAT)

Der erste Schritt ist zumeist eine Blutuntersuchung, bei der ein Leishmanien-spezifischer Antikörpertest (IFAT) durchgeführt wird. Das Labor führt dazu eine Verdünnungsreihe durch und prüft in bestimmten Verdünnungsstufen, ob noch eine Reaktion auf das jeweils eingesetzte Leishmaniose-Reagenz stattfindet. Die letzte positive Stufe wird dann als Titer ausgegeben, z. B. 1:640.

Leider kommen die jeweiligen Veterinärlabors bei dieser Untersuchung zu den unterschiedlichsten Ergebnissen beim gleichen Tier - von negativ bis zu einem hoch positiven Titer kann alles dabei sein. Hauptursache hierfür sind nicht unbedingt Fehler bei der Durchführung, sondern wahrscheinlich die Unterschiede im Ausgangsmaterial, aus dem die Reagenzien hergestellt wurden - es werden zum Teil europäische, aber auch indische Leishmanienstämme verwendet. Offenbar ist dieses Verfahren gleichzeitig heute noch zu spezifisch, um alle in Europa vorkommenden Leishmanien-Stämme mit einem einzigen Test zuverlässig nachweisen zu können.

Leishmaniose-Test an der Universität Zürich
In Zusammenarbeit zwischen Parasitus Ex und dem parasitologischen Institut der Universität Zürich gibt es die Möglichkeit, durch eine weitere Blutuntersuchung (leishmanienspezifischer IgG mittels ELISA ) die bisherige Diagnostik zu überprüfen. Hier finden Sie weitere Informationen sowie den Untersuchungsantrag zum Download.

Knochenmark und Lymphknoten

Im Knochenmark und später auch in den Lymphknoten halten sich Leishmanien vermehrt auf und können gegebenenfalls sowohl durch mikroskopische Untersuchungen wie auch mit biochemischen Mitteln wie der PCR (Polymerase-Kettenreaktion) nachgewiesen werden. Die Knochenmarkspunktion ist zwar aufwendiger, jedoch sicherer in der Diagnostik. Die von den Leishmanien befallenen Makrophagen sind hier in höherer Anzahl zu finden. Bei der Lymphknotenpunktion werden ein oder beide Kniekehlenlymphknoten punktiert. Da diese im Normalzustand kaum tastbar sind und sich erst im späteren Verlauf der Infektion deutlich vergrößern, lässt sich im frühen Stadium kaum Material ansaugen. Auch ist die Gefahr relativ hoch, gerade im frühen Stadium danebenzustechen. Das ist nicht gefährlich, führt jedoch dann zu einem (falsch) negativen Ergebnis.

Mikroskopie

nach Ausstrich einer Probe auf einem Objektträger und spezieller Anfärbung sind die im Ausstrich vorhandenen Leishmanien unter dem Mikroskop sichtbar. Dies ist derzeit die einzige Methode, bei der ein positives Ergebnis zu 100 % sicher ist. Nachteile sind der enorme Zeitaufwand für die Untersuchung eines einzigen Objektträgers und das Risiko, dass Leishmanien übersehen werden bzw. in der geringen Probemenge auf dem Objektträger keine enthalten sind, obwohl der Hund infiziert sein kann.

PCR

Bei der Polymerase Chain Reaction (Polymerase-Kettenreaktion) wird nach bestimmten Bausteinen aus der DNA der Leishmanien gesucht. Diese Methode ist bei der Hundeleishmaniose bisher noch nicht hoch zuverlässig, insbesondere zu Beginn der Erkrankung, wenn die Erreger sich noch nicht sehr stark vermehrt haben.

Gefahr für Menschen?

Leishmaniose ist über die oben genannten Wege auf Menschen übertragbar. Die europäischen Formen sind für Erwachsene relativ ungefährlich, außer bei Immunkrankheiten wie AIDS. Diabetiker und Transplantationspatienten sowie Kinder bis 5 Jahre haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, übrigens auch während des Urlaubs im Süden. Erkrankte Hunde sollten wegen der häufig auftretenden offenen Ekzeme nicht zu kleinen Kindern gelassen werden. Übertragung durch Hundebisse, Speichel oder frisches Blut ist unwahrscheinlich.

Behandlung

Zumeist Chemotherapie mit Injektionen / Infusionen. Kann teuer werden. Die häufig gehörte Ansicht, Leishmaniose können wie Diabetes mit ein paar Tabletten täglich "eingestellt" werden, stimmt definitiv NICHT.

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Aussichten

Unbehandelt ist Leishmaniose für Hunde meist tödlich. Nach Behandlung ist eine Heilung in wenigen Fällen bekannt, aber nicht die Regel. Der Normalfall ist derzeit, dass man bei frühzeitiger Erkennung vielen Hunden nach genauer Diagnostik und nachfolgender, speziell abgestimmter Therapie für einige Zeit, manchmal auch Jahre, ein erträgliches Leben bieten kann.

Vorbeugenden Schutz erreichen Sie durch Halsbänder und Shampoos mit speziellen Wirkstoffen (Permethrin und Deltamethrin). Es existiert keine Impfung, daher gilt genau wie bei der Herzwurmerkrankung der Grundsatz: Schützen Sie Ihren Hund vor Mückenstichen, siehe auch Prophylaxe.

Quelle: Parasitus Ex e.V.

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Die Treue eines Hundes ist ein kostbares Geschenk, das nicht minder bindende moralische
Verpflichtungen auferlegt als die Freundschaft zu einem Menschen. Konrad Lorenz


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