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 Betreff des Beitrags: Hunde impfen
BeitragVerfasst: 2. Jun 2013 10:04 
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Chefin der Schneeflocken
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Die Debatte über Häufigkeit und Art von Impfungen hat sich auch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhundert nicht erledigt. Noch immer werden Hunde zu oft geimpft. Noch immer geben Tierhalter/innen zu viel Geld für (Nach-) Impfungen aus, die ihre Hunde nicht brauchen.
Seit 2006 wird auch in Deutschland empfohlen gegen Staupe, Hepatitis und Parvo alle drei Jahre nachzuimpfen. Die neueren Impfempfehlungen oder Impfleitlinien diverser Tierarztorganisationen stellen einen kleinen Fortschritt dar, das grundsätzliche Über wird damit aber nicht beseitigt. Denn auch Dreijahresabstände sind wissenschaftlich nicht begründet, das Dreijahresschema ist genauso willkürlich wie jährliche Impfungen.
Und immer noch bringen Hersteller Produkte mit der Vorschrift jährlicher Nachimpfung auf den Markt. Sie genießen eine erstaunliche Freiheit bei der Zulassung ihrer Produkte. Sie brauchen nicht zu belegen, wie lange ihre Impfstoffe tatsächlich schützen. Sie müssen nur diejenige Schutzdauer belegen, die sie im Beipackzettel angeben. Und die ist bei vielen Impfstoffen unrealistisch kurz.
In der Humanmedizin gäbe es ein großes HALLO wenn ein Impfstoffhersteller sich zum Beispiel einfallen ließe einen Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff auf den Markt zu bringen, der jedes Jahr oder alle drei Jahre gegeben werden muss. Er bekäme von der Zulassungsbehörde, Wissenschaftlern und Krankenkassen den Vogel gezeigt.
Doch in der Veterinärmedizin richten sich Impfabstände nicht nach der Wissenschaft, sondern nach den Interessen der Hersteller und der Tierärzte. Der Hund (halter) ist ja Privatpatient.

Jährliche Komplettimpfungen sind immer noch vorherrschend, allenfalls die Tollwutimpfung wird nicht mehr ganz so häufig verabreicht.
Die Jahresimpfung ist und bleibt für Kleintierpraxen die Hauptsäule ihres Geschäfts (30 – 40% der Einnahmen): Sie ist der Patientenbringer und bedeutet leichtverdientes Geld. Dazu kommt dass Tierärzte ihre eigene Apotheke führen (Dispensierrecht). So verdienen sie nicht nur an der Injektion, sondern direkt am Impfstoff.

Wie oft ein Hund geimpft wird hängt davon ab ob sich die Tierhalter/innen informiert haben. Geht man mit Vorwissen in die Praxis wird man anders behandelt als Lieschen Müller, die arglos mit ihrem Hund zur Jahresimpfung antritt, sobald der Doc die Postkarte mit der Impferinnerung verschickt hat.
Hundehalter/innen die sich informieren lassen sich nicht so leicht über den Tisch ziehen.
Das bewahrt ihre Tiere vor überflüssigen – und gelegentlich sogar schädlichen – (Nach-) Impfungen und ihren Geldbeutel vor unnützen Ausgaben.

Die Hauptimpfungen: Staupe, Parvo, Hepatitis

Hauptimpfungen für Hunde sind die gegen Staupe, Parvo und Hepatitis. Diese Impfungen sollten alle Hunde erhalten. Sie schützen viele Jahre, wahrscheinlich lebenslang.
Belegt ist das durch Langzeitstudien bei denen die Impfantikörper gemessen wurden, sowie durch Langzeitstudien in denen geimpfte und ungeimpfte Hunde einer Belastungsinfektion mit den Erregern ausgesetzt wurden.
Es gibt keinerlei wissenschaftlichen Beweise dafür dass die Impfungen gegen Staupe, Hepatitis und Parvo nur ein Jahr oder nur drei Jahre schützen. Bewiesen ist vielmehr das Gegenteil.

Staupe-, Hepatitis- und Parvo-Impfstoffe sind Lebendimpfstoffe. Und diese halten (genau wie beim Menschen die Masernimpfung) nach der Impfung im Welpenalter ein Leben lang.

Zitat:
Jährlich impfen - Nein danke!

Immer noch werden sie verschickt, die Einladungskarten der Tierärzte zur „jährlichen Wiederholungsimpfung“. Dabei entspricht die jährliche Impferei nicht einmal mehr der offiziellen „Leitlinie“ der Tierarztverbände. Aber das interessiert viele Tierärzte nicht, sie möchten auf den schönen Umsatz nicht verzichten.

Kein Mensch geht jährlich zum Impfen. Die einzige Ausnahme ist die Grippeimpfung (falls man an deren Wirksamkeit glaubt). Grippeimpfstoffe werden fast jedes Jahr neu entwickelt, weil sich Grippeviren ständig verändern und die Impfstoffe dann nicht mehr zu den zirkulierenden Erregern passen. Aber sonst sind jährliche Wiederholungsimpfungen in der Humanmedizin unbekannt.

In der Tiermedizin ist das anders, da wird so getan, als hätten Hunde (oder Katzen) kein Immungedächtnis. Das ist natürlich Unfug, alle Säugetiere haben Immungedächtniszellen, ob Mensch, Katze oder Maus.


Welche Impfungen sollten alle Hunde bekommen?

Sinnvolle und wichtige Impfungen beim Hund sind die gegen Staupe und Parvovirose (Parvo). Beide Infektionskrankheiten kommen auch in Deutschland noch vor, vor allem Parvo. Dagegen sollten möglichst alle Hunde als Welpen geimpft werden. Auch gegen Hepatitis sollten alle Hunde grundimmunisiert sein. Der Erreger kommt zwar in Deutschland kaum noch vor, kann aber wieder eingeschleppt werden. Wenn viele Hunde dagegen Immunität besitzen, kann er sich nicht von neuem ausbreiten.

Tollwut: Deutschland ist seit Herbst 2008 offiziell frei von Fuchstollwut. In den letzten Jahren wurde nur noch Fledermaustollwut festgestellt. Fledermaustollwut wurde bei Hunden in Europa unseres Wissens noch nie diagnostiziert, Katzen können allerdings daran erkranken. Auf jeden Fall nötig ist eine gültige Tollwutimpfung bei grenzüberschreitenden Reisen mit dem Hund. Gültiger Impfschutz ist jedoch auch im Inland sinnvoll, und zwar für das Restrisiko, dass der Hund mit einem tollwutinfizierten Import-Hund in Kontakt kommt. Das ist zwar sehr selten, aber nicht völlig auszuschließen. Die meisten Tollwutimpfstoffe für Hunde haben eine Zulassung für drei Jahre. Impfstoffe, die nur für ein oder zwei Jahre zugelassen sind, sollte man nicht geben lassen.

Wie oft sollten Hunde gegen Staupe, Parvo und Hepatitis geimpft werden?

Wenn es nach der Mehrheit der Tierärzte ginge: jährlich. Wenn man sich nach den Impf-„Leitlinien“ richtet: alle drei Jahre. Wenn man sich nach Wissenschaftlern wie etwa Professor Ronald Schultz richtet: Grundimmunisierung und basta. Also zwei- oder dreimalige Impfung im Welpenalter und dann Schluss. Die letzte Impfung sollte nicht zu früh sein, also mit 16 Wochen oder später, zum Beispiel mit sechs Monaten. Die Impfstoffe gegen Staupe, Parvo und Hepatitis gelten als gut wirksam. Es handelt sich um Viruslebendimpfstoffe, die ähnlich wie die Masernimpfstoffe für Menschen sehr dauerhaften Schutz verleihen. Das ist der Grund, weshalb Menschen weder jährlich noch alle drei Jahre gegen Masern nachgeimpft werden. Treten Masern auf, werden nur diejenigen Personen zur Impfung aufgerufen, die noch gar keinen Impfschutz haben. „Nachgeimpft“ oder „aufgefrischt“ wird nicht!

Wie oft sollten Hunde gegen Tollwut geimpft werden?

Für die amtliche Gültigkeit der Tollwutimpfung ist der Nachimpf-Abstand maßgeblich, den der Hersteller im Beipackzettel angibt. Eine Impfung zum Beispiel mit einem Zweijahrestollwutimpfstoff gilt amtlich nur zwei Jahre, auch wenn der Hund damit länger als zwei Jahre geschützt ist.

Sind Impfungen gegen Zwingerhusten sinnvoll?

Gegen Zwingerhusten gibt es zwei Impfstoffe: den Impfstoff gegen das Parainfluenzavirus, der oft in Kombination mit Staupe-Parvo-Hepatitis gegeben wird, und den Impfstoff gegen den bakteriellen Erreger Bordetella bronchiseptica (einzeln oder als Zweier-Kombi Parainfluenzavirus). Zwingerhusten kann durch viele verschiedene Erreger verursacht werden, daher erkranken auch regelmäßig gegen Zwingerhusten geimpfte Hunde an dieser in den allermeisten Fällen undramatischen Erkältungskrankheit. Professor Ronald Schultz impft deshalb seine Hunde nie gegen Zwingerhusten.

Was ist mit der Lepto-Impfung?

Leptospiren sind Bakterien, die bei Hunden schwere und sogar tödliche Erkrankungen auslösen können. Die meisten Lepto-Infektionen verlaufen jedoch ohne Symptome oder mild. Auch geimpfte Hunde können an Lepto erkranken, weil die Impfstoffe nur einen Teil der bei uns vorkommenden Lepto-Arten abdecken, nämlich nur zwei oder neuerdings auch drei. Lepto-Impfstoffe gelten als nebenwirkungsträchtig, weil sie aus ganzen Bakterien hergestellt werden. Wer gegen Lepto impfen lässt, sollte beachten, dass der Schutz erstens nicht sicher und zweitens relativ kurzlebig ist. Professor Ronald Schultz impft seine Hunde nicht gegen Lepto.

Borreliose, Leishmaniose, Babesiose

Vor allem die Borreliose-Impfstoffe werden hierzulande ziemlich aggressiv vermarktet. Kritische Experten wundern sich darüber, denn die allerwenigsten Hunde, die sich per Zeckenstich mit Borrelien infizieren, werden davon krank. Und wenn, lässt sich die Krankheit gut mit Antibiotika behandeln. Viel häufiger und viel schwerer erkranken Hunde in Deutschland an Anaplasmose, doch darüber erfahren Hundehalter wenig, denn da gibt es keinen Impfstoff zu vermarkten. Borreliose-Impfstoffe gelten als nebenwirkungsträchtig, weil sie genauso krude hergestellt werden wie die Lepto-Impfstoffe, also aus ganzen Bakterien.

Beim relativ neuen Impfstoff gegen Babesiose ist die Frage, ob er wirklich schützt. Hundehalter sollten lieber auf guten Zeckenschutz achten. Auch beim Impfstoff gegen Leishmaniose (der, wenn überhaupt, nur bei Reisen in Leishmaniose-Länder sinnvoll wäre) kann man Zweifel hegen, ob er wirkt.

Können Impfungen schaden?

Die meisten Hunde stecken Impfungen einigermaßen gut weg, auch wenn sie viel zu oft geimpft werden. Manche aber erleiden Nebenwirkungen. Besonders betroffen sind Welpen und kleine Hunderassen, sie haben ein höheres Risiko als ausgewachsene Hunde und größere Rassen. Die Nebenwirkungen können mild und vorübergehend sein: Fieber, Mattigkeit, Appetitverlust, (Gelenk-) Schmerzen u. ä. Sie können aber auch gravierender sein, etwa wenn allergische Impfreaktionen auftreten mit Kopfschwellung, juckenden Quaddeln auf der Haut, Atemnot, Durchfall, Erbrechen u. ä. In schweren Fällen kann eine allergische Impfreaktion (anaphylaktischer Schock) den Tod zur Folge haben, wenn der Hund nicht unverzüglich dagegen behandelt wird. Sehr gravierend und sogar manchmal tödlich sind impfbedingte Autoimmunerkrankungen wie Thrombozytopenie und autoimmunhämolytische Anämie, die allerdings sehr selten sind.

Gesundheitsuntersucherung statt Jahresimpfung

Vor allem ältere Hunde sollten regelmäßig vom Tierarzt untersucht werden. Aber auch für jüngere Hunde ist ein regelmäßiger Check-up sinnvoll, damit die so häufigen Erkrankungen von Gebiss und Maulhöhle rechtzeitig behandelt werden.

© Monika Peichl

Wenn Sie Fragen haben oder unsicher sind, können Sie Monika Peichl auch per eMail kontaktieren:
mopeichl(at)aol.com
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Die Treue eines Hundes ist ein kostbares Geschenk, das nicht minder bindende moralische
Verpflichtungen auferlegt als die Freundschaft zu einem Menschen. Konrad Lorenz


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